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Kurt Weill - Eine Kurzbiographie
Kurt Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines jüdischen Kantors in Dessau geboren.
Nach privaten Kompositionsstudien ging Weill 1918 an die Berliner Musikhochschule. Dort war
er Schüler von E. Humperdinck. Anschließend wurde Kurt Weill Korrepetitor
in Dessau. Von 1919 bis 1920 arbeitete Weill als Theaterkapellmeister in Lüdenscheid.
In den Jahren von 1921 - 1924 wandte er sich erneut dem Studium in Berlin zu. Diesmal war
Ferruccio Busoni einer seiner Lehrer.
Nach 1925 wandte sich Kurt Weill fast ausschließlich dem musikalischen Bühnenschaffen
zu. Zuvor war er mit Instrumental- und Vokalwerken an die Öffentlichkeit getreten. Nach
der Machtergreifung Hitlers floh Kurt Weill 1933 aus Deutschland. Er lebte und arbeitete
bis 1935 in Paris. Ab 1943 lebte Kurt Weill als amerikanischer Staatsbürger in New York,
wo er am 3. April 1950 verstarb.
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Kurt Weill - Sein Schaffen
Kurt Weill war einer der wenigen Komponisten, die ihr Schaffen vollkommen unter das Zeichen
der Opernreform gestellt haben. Seine auserkorenen Ziele waren Zeitnähe und
Sozialkritik. Die Oper war seiner Meinung nach in der Form der 20iger Jahre nicht mehr
tragbar. Als bürgerliches Genußmittel nicht mehr zu gebrauchen, sollte sie den
Beschauer zu geistiger Aktivität und moralischer Entscheidung zwingen.
Um dies zu erreichen sah er Ironie und Satire als geeignete Möglichkeiten
an. Diese Elemente stellen zumindest stofflich Bestandteile des epischen Theaters,
das von Bert Brecht entwickelt wurde, dar. Weill versuchte mit seiner Musik ein Art Typisierung
menschlicher Verhaltensmuster zu erreichen. Die Typisierung beherrscht alle musikalischen
Elemente: den Orchesterklang, der in bewußter Opposition zu aller Sinfonik sich an
der Unterhaltungskapelle orientiert, folglich zu Hauptsache auf Bläser und Rhythmusinstrumente
gestellt ist; die formelhafte präzise Rhytmik mit der direkten Inspiration durch Foxtrott
und Tango; die angriffige Melodik und schließlich eine Harmonik, die der Tonalität
durch Zusatzdissonanzen und jähe Modulationen eine Zug zu sarkastischem Ingrimm verleiht.
Diese Gestaltungsmittel Weills stehen in exakter Übereinstimmung mit Brechts Grundsätzen
des epischen Theaters und der epischen Oper.
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Kurt Weill und Bertolt Brecht
In der Zusammenarbeit von Kurt Weill und Bertolt Brecht lag ein künstlerischer Glücksfall
von ausgesprochener Einzigartigkeit vor. Kurt Weill fand in den genauen Typen der Brechtschen
Figuren die Pendants für sein eigenes Bemühen um Direktheit der Aussage und Bertolt Brecht
sah in Weill den Menschen, der seiner Vorstellung von Theater als einer "moralischen Anstalt",
seiner schonungslosen Zeit- und Gesellschaftskritik, seinem humanitären Ethos
die musikalische Untermalung gab.
Wie wichtig diese Zusammenarbeit für Kurt Weill war, wird an der Tatsache deutlich,
daß sein heutiger Ruhm - zumindest hier in Deutschland - sich im wesentlichen auf vier
Werke stützt, deren Texte alle von Bert Brecht stammen: die "Dreigroschenoper",
die Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", die Schuloper
"Der Jasager" und das Ballett mit Gesang "Die sieben Todsünden
der Kleinbürger".
Das Schaffen von Boris Blacher, Rudolf Wanger-Regeny und Paul Dessau wäre in wichtigen
Zügen nicht ohne das Vorbild Kurt Weill zu denken.
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